Hauch

In einer Regenträne
fließe ich
dein Gesicht herunter
verstecke mich
im leisen Rauschen
des Laubs
unter deinen Füßen
erfunkle für einen Augenblick
im Regenbogen des Tautropfens
auf dem Spinnennetz
von einem fleißigen Meister
gewoben
in unlauterer Absicht
erröte im Weißdorn
bei deinem Anblick
erscheine in der Stille
der schlaflosen Nacht
auf den Buchseiten
mit denen du vergebens
den Traum beschwörst
im Dampfnebel
steige ich
aus deinem Teekessel
deinen Tee versüße ich
mit blauen Mandeln
deinem Sein
eine unerträgliche Leichtigkeit
verleihend
und all das nur mit einem Ziel
damit du mit mir gemeinsam
hier und jetzt
ohne es auf morgen
noch auf nächstes Jahr
noch auf nächstes Leben
zu verschieben
in Wolken
schwebst

© Dorota Wasilewska 2003

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